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Wald(real)labor

Der Arbeitsgruppe Wald- und Holzforschung zufolge, besteht ein Waldreallabor aus den Komponenten Waldlabor und Reallabor. 

„Zum einen sollen einige großflächige Waldlabore (Intensivansatz) eingerichtet werden, in denen unterschiedliche Waldbehandlungskonzepte und Nutzungsintensitäten untersucht werden. Das betrifft die verschiedenen Ökosystemfunktionen und -leistungen ebenso wie die gesellschaftliche Bewertung der Optionen. [Á…] Als zweite Komponente des Konzepts wird ein breit gefächertes Praxisnetzwerk (Extensivansatz) vorgeschlagen. In diesem Netzwerk sollen unterschiedliche Verfahren unter vielfältigsten Standortbedingungen in enger Partnerschaft mit Waldbesitzer*innen erprobt werden. Auch hier ist die Anbindung an die regionalen Cluster wichtig, da gerade diese aufgrund ihrer regionalen Verortung in besonderer Weise die Verbindung zur forstlichen Praxis sicherstellen. (2021: Stärkung der Wald- und Holzforschung in Deutschland. Abschlussbericht der Arbeitsgruppe, S. 20)

Was sind Wald/Holz-Reallabore? Definition der AG Wald- und Holzforschung

Mindestansprüche für Wald/Holz-Reallabore (Hartmann et al. 2024, AG WUHF 2024):

  • Langfristige Forschungsinfrastruktur
  • Umfassende Einbindung diverser Akteure (→ Ko-Design/Kreation, Ko-Produktion, Ko-Evaluation)
  • Experimente unter Realbedingungen (→ real-weltliche Intervention)
  • Partizipative Entwicklung der alternativen Managementverfahren (→ Ko-Design/Kreation)
  • Einheitliches Versuchs- und Monitoringdesign
  • Durchgängiger Informations- und Datenfluss
  • Bestmögliche Übertragbarkeit der Ergebnisse in die Praxis

AG WUHF (2024): Reallabore und Digitaler Raum als Innovationshub für die Entwicklung klimaresilienter und anpassungsfähiger Wälder: Umsetzungskonzept Projektgruppe 1.

RÖDIG, E., N. KNAPP, R. FISCHER, F. J. BOHN, R. DUBAYAH, H. TANG und A. HUTH (2019): From small-scale forest structure to Amazon-wide carbon estimates. Nature communications 10, 5088.

ROSE, MICHAEL, WANNER, MATTHIAS, HILGER, ANNALIESA. (2019): Das Reallabor als Forschungsprozess und-infrastruktur für nachhaltige Entwicklung: Konzepte, Herausforderungen und Empfehlungen. Wuppertal Paper.

SCHÄPKE, N., F. STELZER, M. BERGMANN, M. SINGER-BRODOWSKI, M. WANNER, G. CANIGLIA und D. J. LANG (2017): Reallabore im Kontext transformativer Forschung: Ansatzpunkte zur Konzeption und Einbettung in den internationalen Forschungsstand. LEUPHANA UNIVERSITÄT LÜNEBURG.

WANNER, M., A. HILGER, J. WESTERKOWSKI, M. ROSE, F. STELZER und N. SCHÄPKE (2018): Towards a Cyclical Concept of Real-World Laboratories. disP - The Planning Review 54, 94–114.

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